Weihnachtszeit, schoenste Zeit. So war es und so ist es auch in diesem Jahr. Nur unter ganz anderen Bedingungen. 8000 km entfernt von zu Hause, ohne Familie, ohne die gewohnten Familientreffen und die damit verbundenen gemuetlichen Stunden und natuerlich ohne das viele leckere Essen.
Ich war gespannt, wie sich die Weihnachtsstimmung in Vancouver bis zum 24.12. entwickeln wuerde. Ich musste z.T. aufpassen, nicht von der Weihnachtsstimmung wegzukommen. Das ging hier im Alltag relativ schnell. So bunt und schnell laeuft hier alles ab. Zu viele Touristen hetzen hier auch in diesen doch eigentlich so besinnlichen Tagen durch die Straßen und Gassen. Immer auf der Suche nach besseren Schnaeppchen. Gemuetlichkeit ist glaub ich ein Fremdwort fuer die Kanadier.
Deshalb versuchte ich immer wieder auf den Weihnachtsmarkt zu gehen. Dort herrschte dann die vertraute Festtagsatmosphaere. Mit Feuerzangbowle, geroesteten Mandeln und gediegener Weihnachtsmusik.
Auf dem Weg dorthin sah ich dann auch bereits einen "alten Bekannten":
| Weil kein Schnee faellt, ist der "Alte" hier mit dem Fahrrad unterwegs |
| Polnische Musikgruppe auf dem Weihnachtsmarkt in Vancouver |
Fuer Ueberraschungen sorgten in der letzten Arbeitswoche vor den Feiertagen auch unsere Chefs bei Lush. Mit Zipfelmuetzen und einem großen Sack voll Suessigkeiten kamen sie zu uns in den Arbeitsraum und bedankten sich fuer unseren Einsatz in den letzten Monaten. Die Ziele wurden alle erfuellt und wir koennten stolz auf unsere Arbeit sein. Mit diesen Worten war dann auch die Produktion fuer das Weihnachtsgeschaeft offiziell beendet. Folglich liess der Umfang der Fertigung schlagartig nach. Und so kam es, dass wir nur noch wenige "Bubble-Einheiten" am Tag zu produzieren hatten.
| Weihnachtsueberraschung aus der Chefetage: lobende Worte und Suessigkeiten |
Nach dem die "großen" Chefs durch die Abteilungen gezogen waren und wir die ersten Leckereien gegessen hatten, dauert es nicht lange und es kam erneut jemand mit einem großen Sack in unseren Arbeitsraum. Diesmal war es eine "Heinzelfrau" aus einer anderen Abteilung, die fuer jeden 2-3 Geschenke parat hatte. Voellig ueberrascht fand sind kurze Zeit spaeter u.a. eine Flasche IKEA-Sekt in den Haenden von Kevin wieder:
| Ein ueberraschter Kevin mit Sekt und Schokolade im Dienst |
Am 23.12. schlenderte ich abends noch ein wenig durch die Straßen von West-End und Downtown. Hin und wieder finden sich zwischen den vielen Hochhaeusern auch kleinere Einfamilien- bzw. Mehrfamilienhaeuser wieder, die weinachtlich geschmueckt sind. Da fuehlt man sich gleich gar nicht mehr wie in der Großstadt. Aus den Stuben konnte ich auch einige Male weihnachtliche Klaenge vernehmen... Schoen war es.
| Einfamilienhaus in Vancouver-Downtown |
Der 24.12. verlief gestern ganz entspannt bei mir bzw. uns ab. Vom fruehen Vormittag an "gluehten" die Skypeleitungen nach Deutschland. Kevin und ich fuerhten lustige Videokonferenzen mit der Familie und Freunden, die bereits ihre Geschenke ausgepackt hatten. Waehrenddessen erwachte nach und nach die Sonne ueber Vancouver. So richtig schaffte sie es dann endlich am Nachmittag sich gegen die dicke Wolkendecke durchzusetzen. Auf einmal waren dann auch wieder alle Hausberge zu sehen. Aber die Temperaturen waren selbst auf dem Cypressmountain so mild, dass u.a. alle Skikurse von Robert abgesagt wurden und er vorzeitig Feierabend hatte.
Kurzum macht er sich auf den Weg zu uns in die Wohnung. Anschließend ging es gemeinsam die letzten Kleinigkeiten einzukaufen. Fuer einen großen Topf Gluehwein holten wir noch Wein, Zimt, Organgen und Anis. Kevin lief noch durch eine Vielzahl von Laeden auf der Suche nach Nelken. Aber zu Zeiten des "Turkey-Wahnsinns" der Kanadier (Nationalgericht zu Weihnachten), waren saemtliche Vorraete des typschen Gluehweingewuerzes ausverkauft.
Aber wir waeren nicht WIR, wenn wir uns nicht helfen wissen wuerden. Wir improvisierten ein wenig und zauberten uns eine nie dagewesene Mischung zusammen, die von Tasse zu Tasse besser schmeckte ;-)
| Unser Wohnzimmer im Sonnenlicht zum Heiligabend |
| Abendessen am Weihnachtsbaum mit selber gemachten Gluehwein zum 24.12. |
Der Plan fuer die Feiertage sah eigentlich vor, heute auf den Cypressmountain snowboarden zu gehen. Aber nachdem gestern aufgrund der milden Temperaturen kein Skifahren meoglich war und ich bis spaet in die Nacht wach war, war schnell klar, dass ich heute in der Stadt bleiben werde. Das Wetter bessert sich von Stunde zu Stunde. Der naechste Versuch wird dann morgen unternommen. Ziel: den ganzen Tag auf dem Cypressmountain Snowboard fahren.
Noch eine kleine Story aus der Katagorie der Zufaelle: bei der letzten kurzen Wassertrainingseinheit im Aquaticcenter plauderte ich am Freitag mit einer Schwimmtrainerin, die urspruenglich aus Mexiko kommt. Und dort war sie in welcher Sportart taetig??? Dreimal koennt ihr raten. Richtig. Im Finswimming. Wir vereinbarten uns einen weiteren Treff fuer die naechsten Tage. Sie will gleich ihre Monoflosse mitbringen.Mal schauen, ob ich sie testen werde. Und wer weiß, was sich da noch so alles ergeben wird. Langeweile kommt also weiterhin nicht auf bei mir.
Weihnachtliche Gruesse von mir aus dem regnerischen Vancouver! Geniesst all Eure Festtagsbraten und die Zeit mit Euren Familien und Freunden und wisst es zu schaetzen. Mir fehlt es hier.
Euer Maikl
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